Materiality Master
← Zurück zum Blog
BlogCSRDDouble MaterialityAktualisiert am 1. November 2026 · 9 min read

Tools für die Wesentlichkeitsanalyse: Software vs. Excel (2026)

Excel oder Software für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse nach den überarbeiteten ESRS: Vor- und Nachteile, Aufwand bei Updates, Kosten und Empfehlung.

Alexander SpahnAlexander Spahn

Die richtige Wesentlichkeitsanalyse ist entscheidend. Unternehmen im Anwendungsbereich der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) brauchen die richtigen Tools, um eine präzise und umfassende doppelte Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD durchzuführen. Aber wie wählen Sie die besten Tools für die Wesentlichkeitsanalyse aus? Viele Unternehmen verlassen sich nach wie vor auf Excel, eine vertraute und leicht zugängliche Option, während andere auf Software zurückgreifen, die speziell für Wesentlichkeitsanalysen entwickelt wurde.

Kurz gesagt: Excel reicht für eine kleine, einmalige Wesentlichkeitsanalyse. Es ist aber fehleranfällig, bietet keine Zugriffsrechte pro Thema oder IRO und muss bei jeder Änderung der Standards von Hand angepasst werden, so wie jetzt bei den überarbeiteten ESRS (verpflichtend ab Geschäftsjahr 2027). Eine spezialisierte Software führt Sie durch jeden Schritt der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, hält alle Daten an einem Ort, steuert, wer was bearbeitet, und verknüpft Ihre wesentlichen Themen mit den ESRS-Datenpunkten. Für Unternehmen im CSRD-Anwendungsbereich und für Beratungen mit mehreren Mandanten ist Software meist die bessere Wahl.

Die Debatte über die Verwendung von Excel oder die Investition in eine spezielle Software ist noch nicht abgeschlossen, wobei jeder Ansatz seine eigenen Vor- und Nachteile hat. In diesem Artikel gehen wir auf die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen beiden Tools ein und helfen Ihnen bei der Entscheidung, welches Tool für die Nachhaltigkeitsberichterstattung Ihres Unternehmens besser geeignet ist.

Was ist eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse?

Eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse ist ein erweiterter Ansatz zur traditionellen Wesentlichkeitsanalyse, der sowohl die finanzielle als auch die Auswirkungsperspektive von Nachhaltigkeitsthemen berücksichtigt. Bei einer Standard-Wesentlichkeitsanalyse konzentrieren sich Unternehmen in erster Linie auf die Identifizierung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG), die finanzielle Auswirkungen auf ihr Geschäft haben könnten. Bei einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse werden jedoch zwei Perspektiven betrachtet:

  • Finanzielle Wesentlichkeit, die bewertet, wie sich Nachhaltigkeitsthemen auf den Wert des Unternehmens auswirken, und
  • Wesentlichkeit der Auswirkungen (Impact-Wesentlichkeit), bei der bewertet wird, wie sich die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt.

Dieser duale Ansatz ist die Grundlage der CSRD und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die von Unternehmen verlangen, nicht nur über die Risiken zu berichten, denen sie ausgesetzt sind, sondern auch über ihre breiteren Auswirkungen auf die Welt. Das gilt auch unter den überarbeiteten ESRS, die für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 verpflichtend sind. Seit der Omnibus-I-Richtlinie (EU) 2026/470 gilt die CSRD für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz.

Was ist ein Tool zur Wesentlichkeitsanalyse?

Ein Tool zur Wesentlichkeitsanalyse soll Unternehmen dabei helfen, eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen, um eine CSRD-konforme Umsetzung zu gewährleisten. Idealerweise führt ein solches Tool die Benutzer durch jeden Schritt dieses Prozesses. Die folgenden Prozessschritte werden von der EFRAG in ihrem Leitfaden zur Umsetzung der Wesentlichkeitsanalyse empfohlen:

  1. Den Kontext verstehen
  2. Identifizierung der tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten
  3. Bewertung und Festlegung der wesentlichen IROs
  4. Berichterstattung über die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse

Der EFRAG-Leitfaden IG 1 wurde für die ESRS 2023 geschrieben. Die überarbeiteten ESRS 1 machen den Prozess verhältnismäßiger: Sie dürfen bei eindeutigen Themen top-down zu einem Ergebnis kommen (§27) und müssen nicht jede mögliche IRO bewerten (§32). Ein gutes Tool unterstützt deshalb beides: schnelle Schlussfolgerungen auf Themenebene und eine detaillierte IRO-Bewertung dort, wo das Ergebnis nicht offensichtlich ist.

Tools zur Wesentlichkeitsanalyse vereinfachen diesen Prozess und helfen Unternehmen dabei, systematisch Beiträge von Stakeholdern zu sammeln, relevante Daten zu analysieren und die Themen zu priorisieren, die für das Unternehmen am wichtigsten sind. Ob es sich nun um eine Excel-Tabelle oder eine fortschrittlichere Softwareplattform handelt, diese Tools zielen darauf ab, die Genauigkeit, Konsistenz und Transparenz der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verbessern.

Sowohl Excel als auch spezielle Software wie Materiality Master können für diesen Zweck verwendet werden. Die Effektivität jeder Option hängt von der Komplexität der Analyse, der Größe und Struktur des Unternehmens und den spezifischen Berichtsanforderungen ab. In den folgenden Abschnitten vergleichen wir die Vor- und Nachteile von Excel und einem spezialisierten Tool für die Wesentlichkeitsanalyse, um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, welche Option für Sie die richtige ist.

Excel vs. Software für die Wesentlichkeitsanalyse: Das Für und Wider

Excel als Tool zur Wesentlichkeitsanalyse verwenden

Vorteile der Verwendung von Excel

  • Vertrautheit und Einfachheit des Zugangs: Excel ist in den meisten Unternehmen weit verbreitet, so dass keine zusätzliche Schulung erforderlich ist. Die Mitarbeiter sind mit dem Programm vertraut, und es ist in der Regel in Standard-Bürosoftwarepaketen enthalten, so dass es leicht zugänglich und kostengünstig ist.
  • Anpassungsfähigkeit: Excel bietet eine unvergleichliche Flexibilität, die es Benutzern ermöglicht, benutzerdefinierte Vorlagen zu erstellen, die zu ihrem individuellen Bewertungsprozess passen, oder bestehende Vorlagen für Wesentlichkeitsanalysen anzupassen – vorausgesetzt, die Blätter sind nicht geschützt. Sie können das Layout gestalten, Formeln anwenden und Kriterien an die spezifischen Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassen.
  • Geringe Kosten: Da die meisten Unternehmen Excel bereits als Teil ihrer Büroausstattung verwenden, müssen Sie nicht in neue Software investieren. Es fallen also nur die Kosten für den Kauf einer Vorlage an. Das macht es zu einer attraktiven Wahl für Unternehmen, die ihre Kosten minimieren möchten, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.

Nachteile der Verwendung von Excel:

  • Anfällig für menschliche Fehler: Excel basiert in hohem Maße auf der manuellen Eingabe von Daten und Formeln. Ein kleiner Fehler bei der Eingabe von Daten oder der Anwendung von Formeln kann zu erheblichen Fehlern in der Wesentlichkeitsanalyse führen und deren Zuverlässigkeit untergraben.
  • Zeitaufwendig: Mit Excel wird ein Großteil der Datenverwaltung, Analyse und Berichterstattung manuell durchgeführt, was zeitaufwendig sein kann. Je größer das Datenvolumen wird, desto mühsamer wird es, eine genaue Auswertung in Excel zu erstellen.
  • Begrenzte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit: Excel bietet zwar einige Cloud-basierte Funktionen zur gemeinsamen Nutzung, aber es fehlt die Möglichkeit, die Zugriffsrechte auf bestimmte Bereiche oder Themen zu beschränken.
  • Aktualisierungen erfordern manuelle Arbeit: Die Standards ändern sich weiter. Mit den überarbeiteten ESRS (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563) ist die Liste der Nachhaltigkeitsaspekte in Anhang A der ESRS 1 gewandert und nur noch eine unverbindliche Orientierungshilfe, Unter-Unterthemen sind entfallen, ESRS E3 heißt jetzt schlicht „Wasser“ und Meeresressourcen sind in ESRS E5 gewandert. Auch die Datenpunkte haben sich geändert: Die Entwurfsliste von EFRAG aus 2026 enthält 359 Datenpunkte statt der 1.144 aus der IG-3-Liste von 2024. In einer Tabelle muss jede dieser Änderungen von Hand nachgebaut werden. Wenn die Vorlage gekauft wurde, müssen die Daten manuell von der alten Tabelle in die neue Version übertragen werden.

Ihre Excel-Vorlage stößt an Grenzen?

Materiality Master führt Sie Schritt für Schritt durch die doppelte Wesentlichkeitsanalyse nach den überarbeiteten ESRS: Stakeholder, IROs, Bewertung, Schwellenwerte und Zugriffsrechte pro IRO an einem Ort, inklusive der ESRS-Datenpunkte für Ihre wesentlichen Themen.

Software als Tool zur Wesentlichkeitsanalyse verwenden

Vorteile der Verwendung einer speziellen Software:

  • Automatisierung und Genauigkeit: Spezialisierte Software für die Wesentlichkeitsanalyse automatisiert viele Prozesse, reduziert das Risiko menschlicher Fehler und sorgt für genauere Ergebnisse. Die KI-gestützte Dateneingabe und -analyse trägt zur Vereinfachung des gesamten Bewertungsprozesses bei.
  • Erweiterte Datenanalyse und Visualisierung: Diese Tools verfügen häufig über integrierte Funktionen für eine tiefgreifende Datenanalyse und die Visualisierung der Ergebnisse in einer Wesentlichkeitsmatrix. Die überarbeiteten ESRS verlangen keine Matrix, sie bleibt aber ein nützliches Mittel, um Ergebnisse zu kommunizieren. Sie können die Ergebnisse einfach exportieren und mit den Stakeholdern teilen, um die Entscheidungsfindung zu verbessern.
  • Zusammenarbeit und Zentralisierung: Viele Softwareplattformen bieten robuste Tools für die Zusammenarbeit, die es mehreren Benutzern ermöglichen, gleichzeitig an der Bewertung zu arbeiten. Materiality Master vergibt zum Beispiel Zugriffsrechte auf IRO-Ebene. Die zentralisierte Datenverwaltung stellt sicher, dass jeder mit den aktuellsten Informationen arbeitet, was die Teamarbeit nahtlos macht.
  • Skalierbarkeit: Softwarelösungen sind darauf ausgelegt, komplexe Auswertungen mit großen Datensätzen zu verarbeiten. Sie lassen sich leicht skalieren, um den Anforderungen wachsender Unternehmen gerecht zu werden, und ermöglichen umfassendere Analysen ohne die Einschränkungen, die Excel mit sich bringt.
  • Aktualisierungen der Standards: Wenn sich die ESRS ändern, aktualisiert der Softwareanbieter die Themenstruktur für Sie. Materiality Master nutzt bereits die Themenstruktur der überarbeiteten ESRS, und das ESRS-Datenpunkt-Mapping-Tool ordnet Ihre wesentlichen Themen den 359 Datenpunkten der EFRAG-Entwurfsliste aus 2026 zu.

Nachteile der Verwendung einer speziellen Software:

  • Kosten: Anders als Excel erfordert spezialisierte Software eine Investition. Abonnementgebühren, Lizenzkosten und mögliche Add-ons können sich summieren, was sie für kleinere Unternehmen oder solche mit begrenztem Budget weniger attraktiv macht. Materiality Master kostet 449 € pro Monat oder 2.499 € pro Jahr mit unbegrenzten Analysen und Nutzern, ohne zusätzliche Kosten. Wenn Sie nur die ESRS-Datenpunkte für Ihre wesentlichen Themen benötigen, gibt es den Tarif „Datapoints Only“ für einmalig 997 €.
  • Lernkurve: Diese Tools sind zwar leistungsfähig, haben aber oft eine steilere Lernkurve als Excel. Moderne Softwareplattformen sind jedoch intuitiv und benutzerfreundlich. Darüber hinaus können Softwarelösungen in den richtigen Momenten für die Benutzer relevante Tooltipps hinzufügen, Videos zeigen und andere Anleitungen geben.
  • Übermäßiges Vertrauen in Software: Automatisierung ist zwar von Vorteil, aber es besteht die Gefahr, dass man sich zu sehr auf Softwarefunktionen verlässt, ohne den zugrunde liegenden Bewertungsprozess vollständig zu verstehen. Dies kann zu einem passiven Ansatz führen, bei dem sich die Benutzer nicht kritisch mit den Daten auseinandersetzen.

Während es Hunderte von All-in-One-CSRD-Tools gibt, gibt es nur wenige spezialisierte Softwarelösungen zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Wenn Sie außerdem abwägen, ob Sie die Analyse mit Software oder mit externer Unterstützung durchführen, lesen Sie unseren Vergleich Wesentlichkeitsanalyse: Software oder Berater?

Tools zur Wesentlichkeitsanalyse: Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Excel ist eine vertraute, kostengünstige Option, die sich gut für kleinere Unternehmen oder für grundlegende Wesentlichkeitsanalysen eignet. Allerdings weist es erhebliche Einschränkungen in Bezug auf Skalierbarkeit, Zusammenarbeit, Fehlervermeidung und Aktualisierungen der Standards auf.
  • Software bietet erweiterte Funktionen, verbesserte Genauigkeit und Skalierbarkeit und ist damit ideal für mittlere und größere Unternehmen oder komplexere Analysen. Dies gilt insbesondere für ESG-Beratungsunternehmen, die mehrere Mandanten parallel betreuen.

Letztlich hängt die Entscheidung zwischen Excel und Software von der Größe Ihres Unternehmens, der Komplexität der Wesentlichkeitsanalyse und Ihrem Budget ab. Für Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsarbeit ausbauen und vereinfachen möchten, kann die Investition in eine Software langfristige Vorteile bringen, während Excel für Unternehmen mit bescheideneren Anforderungen ausreichen kann.

Am einfachsten entscheiden Sie mit Ihren eigenen Themen: Testen Sie Materiality Master kostenlos und führen Sie Ihre erste Analyse Schritt für Schritt durch. Alle Tarife, einschließlich der Jahreslizenz mit unbegrenzten Analysen und Nutzern, finden Sie auf unserer Preisseite.