Am Ende jeder doppelten Wesentlichkeitsanalyse steht dieselbe Frage: Ab welchem Wert ist etwas wesentlich? Die ESRS überlassen die Antwort Ihnen. Diese Freiheit ist nützlich, aber genau hier setzt der Prüfer zuerst an. Denn ein Schwellenwert, der um einen halben Punkt wandert, kann ganze Kapitel Ihres Nachhaltigkeitsberichts hinzufügen oder streichen.
Kurz gesagt: Die ESRS schreiben keine Schwellenwerte vor. Nach den überarbeiteten ESRS (2026) legen Sie diese selbst fest und begründen sie. In der Praxis werden Auswirkungen nach Schwere (Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit) und Wahrscheinlichkeit bewertet, Risiken und Chancen nach finanziellem Ausmaß und Wahrscheinlichkeit, meist auf einer Skala von 1 bis 5 mit einem Schwellenwert wie 3,0. Ergänzen Sie Sonderregeln für schwere Fälle (bei potenziellen Menschenrechtsauswirkungen hat die Schwere Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit, ESRS 1 §40), verankern Sie die finanziellen Schwellenwerte im Risikomanagement, machen Sie eine Sensitivitätsprüfung und beschreiben Sie das Ergebnis in ESRS 2 IRO-1. Der Prüfer will sehen, dass die Schwellenwerte vorab festgelegt, begründet, einheitlich angewendet und dokumentiert sind.
Dieser Beitrag baut auf unserem Praxisbeispiel zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse auf und verwendet dieselben Skalen und dasselbe fiktive Industrieunternehmen, die PumpTec GmbH. Wenn Ihnen die beiden Perspektiven noch nicht vertraut sind, lesen Sie zuerst Impact-Wesentlichkeit vs. finanzielle Wesentlichkeit.
Was ist ein Schwellenwert in der Wesentlichkeitsanalyse?
Ein Schwellenwert, oft auch Wesentlichkeitsschwelle genannt, ist der Mindestwert, ab dem eine Auswirkung, ein Risiko oder eine Chance (IRO) als wesentlich gilt. In der doppelten Wesentlichkeitsanalyse brauchen Sie in der Regel zwei davon: einen für die Impact-Wesentlichkeit und einen für die finanzielle Wesentlichkeit. Ein Nachhaltigkeitsaspekt ist wesentlich, wenn mindestens ein IRO einen der beiden Schwellenwerte erreicht. Was genau ein IRO ist und warum Sie IROs statt Themen bewerten sollten, erklärt unser Beitrag zu IROs im Rahmen der CSRD.
Nicht zu verwechseln mit der Wesentlichkeitsgrenze der Abschlussprüfung. Dort bezeichnet die Wesentlichkeit den Betrag, ab dem eine falsche Darstellung die Entscheidungen der Abschlussadressaten beeinflussen könnte, häufig abgeleitet aus Ergebnis vor Steuern, Umsatz oder Bilanzsumme. Der Schwellenwert in der Wesentlichkeitsanalyse entscheidet dagegen, über welche Nachhaltigkeitsaspekte Sie überhaupt berichten. Berührungspunkte gibt es nur auf der finanziellen Seite, wo es sinnvoll ist, die Finanz- und Risikoskalen des Unternehmens zu übernehmen (siehe unten).
Was die ESRS vorgeben und was Sie selbst entscheiden
| Vorgegeben durch die ESRS | Ihre Entscheidung (zu begründen) |
|---|---|
| Kriterien für Auswirkungen: Schwere (Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit), bei potenziellen Auswirkungen Wahrscheinlichkeit | Bewertungsskalen (1–5, 0–5, qualitative Stufen) und ihre Stufenbeschreibungen |
| Bei potenziellen Menschenrechtsauswirkungen hat die Schwere Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit (ESRS 1 §40) | Verknüpfung der Kriterien (Durchschnitt, Maximum, Produkt) |
| Finanzielle Kriterien: Wahrscheinlichkeit und mögliches Ausmaß finanzieller Effekte (§50) | Schwellenwerte je Dimension und etwaige Sonderregeln |
| Zeithorizonte: kurzfristig (Berichtszeitraum), mittelfristig (bis fünf Jahre), langfristig (mehr als fünf Jahre) | Euro-Bandbreiten für das finanzielle Ausmaß, Verbindung zum Risikomanagement |
| Beschreibung des Prozesses in ESRS 2 IRO-1, einschließlich Datum der letzten Aktualisierung | Verdichtung der IROs zu Themen |
Die überarbeiteten ESRS stellen außerdem klar, dass eine quantitative Bewertung nicht zwingend erforderlich ist und offensichtliche Fälle top-down entschieden werden dürfen (§27). Schwellenwerte zählen daher vor allem bei den Themen, die Sie bottom-up bewerten. Alle Änderungen fasst unser Beitrag zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse nach den überarbeiteten ESRS zusammen.
Schwellenwerte für die Impact-Wesentlichkeit
Schritt 1: Bewertungsmodell festlegen
Bewerten Sie jede Auswirkung auf einer Skala von 1 bis 5 mit schriftlich beschriebenen Stufen nach:
- Ausmaß: wie gravierend (bei positiven Auswirkungen: wie nützlich) sie ist
- Umfang: wie weit verbreitet sie ist
- Unabänderlichkeit: wie schwer sie sich rückgängig machen lässt (nur negative Auswirkungen)
- Wahrscheinlichkeit: nur bei potenziellen Auswirkungen
Schritt 2: Festlegen, wie die Kriterien verknüpft werden
Hier steckt das meiste verborgene Ermessen. Drei verbreitete Varianten:
| Methode | Funktionsweise | Wirkung |
|---|---|---|
| Durchschnitt | Schwere = Mittelwert aus Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit; potenzielle Auswirkungen: Mittelwert aus Schwere und Wahrscheinlichkeit | Ausgewogen und leicht erklärbar; kann ein extremes Kriterium verwässern |
| Maximum | Schwere = höchstes der drei Kriterien | Vorsichtig; mehr Auswirkungen werden wesentlich |
| Produkt | Wert = Schwere × Wahrscheinlichkeit (1–25), Schwellenwert z. B. 9 | Bekannt aus Risiko-Heatmaps; bestraft geringe Wahrscheinlichkeit stark |
PumpTec nutzt den Durchschnitt, eine verbreitete und gut erklärbare Wahl. Warum die Wahl zählt, zeigt eine hypothetische potenzielle Auswirkung: Grundwasserverunreinigung durch eine Leckage in der Gießerei, bewertet mit Ausmaß 4, Umfang 1, Unabänderlichkeit 5 und Wahrscheinlichkeit 2.
| Methode | Berechnung | Wert | Wesentlich bei 3,0 (bzw. 9)? |
|---|---|---|---|
| Durchschnitt | Schwere (4+1+5)/3 = 3,3; (3,3+2)/2 | 2,7 | Nein |
| Maximum | Schwere 5; (5+2)/2 | 3,5 | Ja |
| Produkt | 3,3 × 2 | 6,7 von 25 | Nein |
| Durchschnitt + Sonderregel (Unabänderlichkeit 5 → wesentlich) | Sonderregel greift | – | Ja |
Gleicher Sachverhalt, unterschiedliche Ergebnisse. Keine der Methoden ist falsch, aber Sie müssen sich vor der Bewertung für eine entscheiden und sie auf jeden IRO anwenden.
Schritt 3: Sonderregeln für schwere Fälle ergänzen
Durchschnittswerte schützen schwere, aber unwahrscheinliche Auswirkungen schlecht. Zwei Sonderregeln gehören deshalb in Ihre Methodik:
- Menschenrechte. Bei potenziellen negativen Menschenrechtsauswirkungen hat die Schwere Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit (ESRS 1 §40). PumpTec setzt das um, indem es den Schwerewert allein verwendet, sobald er 4,0 oder höher ist. Deshalb erreicht die potenzielle Auswirkung „Zwangsarbeit oder übermäßige Überstunden bei asiatischen Gusslieferanten“ 4,7 und ist trotz einer Wahrscheinlichkeit von 2 wesentlich.
- Unumkehrbarkeit. Jede negative Auswirkung mit Unabänderlichkeit 5 (nicht rückgängig zu machen) ist unabhängig vom Gesamtwert wesentlich. Das ist eine Entscheidung des Unternehmens, keine ESRS-Regel, lässt sich aber gut begründen.
Positive Auswirkungen werden eigenständig bewertet, ohne Verrechnung mit negativen (§44). Manche Unternehmen verwenden denselben Schwellenwert, andere einen eigenen, etwa um geringfügigen Nutzen nicht zu berichten. In beiden Fällen gilt: schriftlich festhalten.
Schwellenwerte für die finanzielle Wesentlichkeit
Die Ausmaß-Skala mit dem Risikomanagement verknüpfen
Die finanzielle Wesentlichkeit beruht auf Wahrscheinlichkeit und möglichem Ausmaß finanzieller Effekte (§50). Am besten zu verteidigen ist die Ausmaß-Skala, die Ihr Risikomanagement bereits verwendet. PumpTec (540 Mio. € Nettoumsatz) richtet sie an der EBIT-Wirkung aus:
| Wert | Ausmaß (EBIT-Wirkung) | Wahrscheinlichkeit im Zeithorizont |
|---|---|---|
| 1 | unter 0,5 Mio. € | sehr unwahrscheinlich |
| 2 | 0,5–2 Mio. € | unwahrscheinlich |
| 3 | 2–5 Mio. € | möglich |
| 4 | 5–15 Mio. € | wahrscheinlich |
| 5 | über 15 Mio. € | nahezu sicher |
Die mittleren Bandbreiten sind zur Veranschaulichung ergänzt; im Praxisbeispiel sind nur die Endpunkte genannt. Der finanzielle Wert ist der Durchschnitt aus Ausmaß und Wahrscheinlichkeit, mit demselben Schwellenwert von 3,0.
Woher die Euro-Beträge kommen
Hat Ihr Risikomanagement keine brauchbaren Bandbreiten, leiten viele Unternehmen sie aus einer Bezugsgröße ab. Das sind Beispiele aus der Praxis, keine regulatorischen Vorgaben:
| Bezugsgröße | Typisch für | Beispiel für Wert 3 (zur Veranschaulichung) |
|---|---|---|
| EBIT oder Ergebnis vor Steuern | Profitable Industrie- und Dienstleistungsunternehmen | rund 5 % des geplanten EBIT |
| Umsatz | Margenschwache oder defizitäre Unternehmen | rund 0,5–1 % des Umsatzes |
| Eigenkapital oder Bilanzsumme | Kapitalintensive Unternehmen, Finanzsektor | rund 1 % des Eigenkapitals |
Was Sie auch wählen: Verwenden Sie dieselbe Bezugsgröße für Risiken und Chancen und erklären Sie sie in einem Satz in Ihrer Methodik.
Zeithorizonte
Bewerten Sie jedes Risiko und jede Chance kurz-, mittel- und langfristig und nehmen Sie den höchsten Wert, oder bewerten Sie im Zeithorizont, in dem der Effekt am ehesten eintritt. CO₂-Kosten auf Stahl können heute eine 2 und mittelfristig eine 4 sein. Langfristige Effekte abzuschlagen ist zulässig, wenn Sie es einheitlich tun und offenlegen.
Schwellenwerte kalibrieren
Ein Schwellenwert ist nur so belastbar wie sein Test. Vier Prüfungen:
- Probelauf. Bewerten Sie vor der Freigabe der Methodik 10 bis 15 IROs aus verschiedenen Themen. Wirken die Ergebnisse unplausibel, korrigieren Sie die Stufenbeschreibungen, nicht den Schwellenwert.
- Sensitivitätsprüfung. Rechnen Sie das Ergebnis mit benachbarten Schwellenwerten nach. Für PumpTec (Themenwerte aus dem Praxisbeispiel):
| Schwellenwert | Wesentliche Themen | Was sich ändert |
|---|---|---|
| 2,5 | 5: E1, E5, S1, S2, G1 | S2 wird in beiden Dimensionen wesentlich |
| 3,0 | 5: E1, E5, S1, S2, G1 | Freigegebener Schwellenwert |
| 3,5 | 4: E1, E5, S1, S2 | G1 fällt heraus (finanzieller Wert 3,0) |
| 4,0 | 2: E1, S2 | E5 und S1 fallen heraus |
Zwischen 2,5 und 3,0 bleibt das Ergebnis stabil, die Wahl ist also robust. G1 Unternehmensführung ist das Grenzthema und wird im Kalibrierungsworkshop ausdrücklich besprochen. Legen Sie außerdem fest, ob ein Wert genau auf dem Schwellenwert als wesentlich gilt; bei PumpTec ist das so.
- Vergleich mit Wettbewerbern. Vergleichen Sie Ihre wesentlichen Themen mit den veröffentlichten Nachhaltigkeitserklärungen von zwei oder drei Unternehmen Ihrer Branche. Abweichungen sind in Ordnung, Sie sollten sie aber erklären können.
- Einheitlichkeit zwischen Themen. Meinen alle Bewertenden mit einer „4“ bei einer Klimaauswirkung und einer „4“ bei einer Auswirkung auf Beschäftigte eine vergleichbare Schwere? Ein kurzer Kalibrierungsworkshop mit allen Bewertenden findet die meisten Ausreißer.
Warnsignale: Sind fast alle zehn ESRS-Themen wesentlich, sind Ihre Skalen vermutlich zu großzügig oder Sie bewerten Themen statt IROs. Sind bei einem Unternehmen von PumpTecs Größe nur ein oder zwei Themen wesentlich, prüfen Sie, ob Auswirkungen in der Wertschöpfungskette überhaupt bewertet wurden. Wie Sie Grenzthemen sichtbar machen, zeigt unser Beitrag zur Wesentlichkeitsmatrix nach ESRS.
Schwellenwerte in Sekunden durchspielen
In Materiality Master legen Sie Ihre eigenen Schwellenwerte fest, für alle IROs oder je IRO-Typ. Die Liste der wesentlichen Themen und die Wesentlichkeitsmatrix passen sich automatisch an. Testen Sie die Sensitivitätsprüfung mit Ihren eigenen Daten.
Dokumentation und Berichterstattung
Was in ESRS 2 IRO-1 gehört
IRO-1 verlangt eine knappe, unternehmensspezifische Beschreibung Ihres Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse, wesentlicher Änderungen daran und des Zeitpunkts der letzten Aktualisierung. Unternehmensspezifisch ist eine Beschreibung erst, wenn sie Ihre Kriterien und Schwellenwerte nennt. Ein Formulierungsbeispiel:
„Auswirkungen wurden auf einer Skala von 1 bis 5 nach Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und, bei potenziellen Auswirkungen, Wahrscheinlichkeit bewertet. Bei potenziellen Menschenrechtsauswirkungen hatte die Schwere Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit. Risiken und Chancen wurden nach finanziellem Ausmaß anhand der Euro-Bandbreiten unseres Risikomanagements sowie nach Wahrscheinlichkeit über kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte bewertet. Ein IRO galt ab einem Wert von 3,0 in einer der beiden Dimensionen als wesentlich. Die Methodik wurde am 15. März 2026 vor Beginn der Bewertung vom Finanzvorstand freigegeben.“
Einen vollständigen Mustertext finden Sie in unserem Beitrag ESRS 2 IRO-1: Wesentlichkeitsanalyse berichten.
Vorlage für Ihre Schwellenwert-Richtlinie
Übernehmen Sie diese Tabelle in Ihr Methodikdokument und füllen Sie die rechte Spalte aus:
| Element | Ihre Regel (Beispiel PumpTec) |
|---|---|
| Skalen | 1–5 mit schriftlicher Beschreibung je Stufe |
| Impact-Wert | Durchschnitt aus Schwere und Wahrscheinlichkeit; tatsächliche Auswirkungen: nur Schwere |
| Finanzieller Wert | Durchschnitt aus Ausmaß (Euro-Bandbreiten des Risikomanagements) und Wahrscheinlichkeit |
| Schwellenwerte | 3,0 Impact, 3,0 finanziell; Wert gleich Schwellenwert = wesentlich |
| Sonderregeln | Potenzielle Menschenrechtsauswirkungen: Schwere allein, wenn ≥ 4,0; Unabänderlichkeit 5 = wesentlich |
| Positive Auswirkungen und Chancen | Gleicher Schwellenwert |
| Verdichtung zu Themen | Höchster IRO-Wert je Dimension |
| Brutto/Netto | Nur umgesetzte, wirksame Maßnahmen mindern potenzielle Auswirkungen (§43) |
| Freigabe | Finanzvorstand, vor der Bewertung; Datum festgehalten |
| Änderungen | Nur mit dokumentierter Begründung; bei Wesentlichkeit in IRO-1 offengelegt |
Genau diese Punkte fragt der Prüfer ab. Welche Nachweise er typischerweise sehen will, steht in unserer Checkliste zur Prüfung der Wesentlichkeitsanalyse.
Häufige Fehler bei Schwellenwerten
- Schwellenwerte nach der Bewertung festlegen. Liegt das Freigabedatum nach den ersten Bewertungen, gibt es Rückfragen.
- Den Schwellenwert auf ein gewünschtes Ergebnis hin drehen. Korrigieren Sie stattdessen die Skalen und dokumentieren Sie den Grund.
- Schwere Auswirkungen wegmitteln. Ohne Sonderregeln verschwindet eine schwere, aber unwahrscheinliche Auswirkung im Durchschnitt.
- Finanzielle Skalen ohne Bezug zur Unternehmensgröße. 1 Mio. € ist für einen Mittelständler wesentlich und für einen Konzern Rauschen. Nutzen Sie die Bandbreiten Ihres Risikomanagements.
- Verschiedene Bewertende, verschiedene Maßstäbe. Ohne Stufenbeschreibungen und Kalibrierung bedeutet eine „3“ für jede Person etwas anderes.
- Keine Sensitivitätsprüfung. Wenn ein Thema bei 2,9 kippt, sollten Sie das vor dem Prüfer wissen.
- Schwellenwerte stillschweigend ändern. Ein geänderter Schwellenwert ist eine Änderung der Methodik. Halten Sie sie fest und beschreiben Sie sie, wenn sie wesentlich ist, in IRO-1.
Schwellenwerte in Materiality Master
In Materiality Master sind die Schwellenwerte Teil der Einstellungen einer Analyse. Voreingestellt ist 3 auf einer Skala von 0 bis 5. Sie können einen Schwellenwert für alle IROs oder unterschiedliche Schwellenwerte je IRO-Typ festlegen, etwa für negative Auswirkungen und finanzielle Chancen. Ändern Sie einen Schwellenwert, passen sich die Liste der wesentlichen Themen und die Wesentlichkeitsmatrix automatisch an, ebenso die Themen, die in das ESRS-Datenpunkt-Mapping-Tool einfließen. Die Sensitivitätsprüfung von oben ist damit eine Sache von Minuten. Jede Änderung an den Bewertungen eines IRO hält der Prüfpfad fest. Wie Sie die Schwellenwerte einstellen, zeigt der Hilfeartikel Anpassen der Schwellenwerte in der Wesentlichkeitsanalyse.
Das Wichtigste in Kürze
- Die ESRS schreiben keine Schwellenwerte vor; Sie legen sie fest und begründen sie.
- Legen Sie Skalen, Verknüpfungsmethode und Schwellenwerte vor der Bewertung fest und lassen Sie sie freigeben.
- Nutzen Sie Sonderregeln, damit schwere Auswirkungen nicht weggemittelt werden; bei potenziellen Menschenrechtsauswirkungen hat die Schwere Vorrang (§40).
- Verankern Sie finanzielle Schwellenwerte im Risikomanagement und behandeln Sie Prozentsätze von EBIT, Umsatz oder Eigenkapital als Ihre eigene Entscheidung.
- Machen Sie eine Sensitivitätsprüfung und besprechen Sie Grenzthemen ausdrücklich.
- Beschreiben Sie Kriterien und Schwellenwerte in ESRS 2 IRO-1, mit Freigabedatum.
Den gesamten Ablauf rund um die Schwellenwerte finden Sie in unserem Leitfaden zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD und im Überblick zur Wesentlichkeitsanalyse. Sie möchten Ihre eigenen Schwellenwerte festlegen und die Wirkung sofort sehen? Vergleichen Sie die Preise und Pakete von Materiality Master.


